USA warnen Nordkorea vor Krieg
Die Worte werden immer harscher zwischen den USA und Nordkorea. Nun sprach US-Verteidigungsminister Mattis in einer Warnung an die kommunistische Führung in Pjöngjang sogar von Krieg.
US-Verteidigungsminister Jim Mattis (Artikelbild) hat Nordkorea davor gewarnt, einen Krieg
gegen sein Land zu riskieren. "Wenn sie die Vereinigten Staaten unter Beschuss nehmen, könnte
sich dies sehr schnell zu einem Krieg zuspitzen", sagte Mattis vor Journalisten.
Washington und Pjöngjang hatten die gegenseitigen Drohungen zuletzt immer weiter verschärft. US-Präsident Donald Trump hatte gewarnt, die USA würden "mit Feuer und Wut" auf neuerliche Raketentests reagieren. Nordkorea drohte daraufhin mit einem Angriff nahe des US-Außengebiets Guam. Auf der strategisch wichtigen Pazifikinsel unterhalten die USA einen Luftwaffenstützpunkt mit derzeit etwa 6000 Soldaten. Mattis sagte dazu, die USA könnten die Flugbahn einer nordkoreanischen Rakete binnen Augenblicken abschätzen. Sollte die Rakete Richtung auf Guam nehmen, "werden wir sie außer Gefecht setzen".
Der Beschwichtigung folgt die Drohung
Einen anderen Ton hatte der Pentagonchef zuvor noch in einem Gastbeitrag für das "Wall Street Journal" angeschlagen. In einem gemeinsamen Artikel mit Außenminister Rex Tillerson zeigte sich Mattis nach den Drohungen von US-Präsident Trump mit einem militärischen Eingreifen vielmehr sogar demonstrativ zurückhaltend.
So heißt es in dem Gastbeitrag, die US-Regierung habe "kein Interesse" an einem Sturz des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un. Washington strebe auch keine "beschleunigte Wiedervereinigung Koreas" an, schrieben Mattis und Tillerson. "Wir suchen auch keine Ausrede, um US-Truppen nördlich der entmilitarisierten Zone zu stationieren", die Nord- und Südkorea trennt. "Wir haben keinerlei Bedürfnis, das seit langem leidende nordkoreanische Volk zu schädigen, das sich von dem feindlichen Regime in Pjöngjang unterscheidet."
Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) verurteilte die Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Nordkorea scharf und warnte vor der Gefahr eines Krieges. Trump bediene sich in dem Konflikt einer "unfassbar kriegerischen Rhetorik", kritisierte Gabriel. Es bestehe die Gefahr, "dass solche Eskalationen mit der Sprache beginnen und mit einem Militäreinsatz enden", sagte der Vizekanzler dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
China will Pjöngjang zum Einlenken bewegen
Nicht nur die USA, auch China, das als Schutzmacht Nordkoreas gilt, hatte in den vergangenen Tagen den Druck auf die Führung in Pjöngjang erhöht und einen Importstopp für Eisen, Eisenerz, Kohle und Meeresfrüchte aus dem international weitgehend isolierten Nachbarland verhängt. Peking setzt damit den jüngsten Sanktionsbeschluss des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea von Anfang August um.
Die Volksrepublik hatte die Verschärfung der Sanktionen durch den Sicherheitsrat unterstützt. Sie sollen nordkoreanische Exporte in Höhe von einer Milliarde US-Dollar und damit ein Drittel der Ausfuhren treffen. Mehr als 80 Prozent des nordkoreanischen Außenhandels läuft über China. Die Umsetzung der Sanktionen durch China ist somit entscheidend für die Effizienz der Maßnahmen.
Neue Drohgebärden in den kommenden Tagen?
Die kommenden Tage halten neues Konfliktpotenzial zwischen Washington und Pjöngjang bereit. An diesem Dienstag begehen beide koreanische Staaten den Sieg gegen die japanischen Besatzer zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Staatsführung in Pjöngjang könnte dies für eine weitere Demonstration der Stärke nutzen. In der kommenden Woche sollen gemeinsame Militärmanöver der USA und Südkoreas beginnen, die Nordkorea als akute Bedrohung des Landes betrachtet.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sagte, die USA müssten sofort ihre "arroganten Provokationen" und "einseitigen Forderungen" stoppen. Bei einem Besuch des Hauptquartiers der Raketentruppen unterstrich er erneut die Bereitschaft zu einem Angriff auf das US-Territorium Guam. Um einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel zu verhindern, sollten die Amerikaner als ersten Schritt eine "ordentliche Option" unterbreiten und darauf Taten folgen lassen, sagte Kim. Schließlich hätten die USA ein gewaltiges nukleares Arsenal rund um Korea aufgestellt.
No hay comentarios:
Publicar un comentario