Ab sofort weitere Streiks der Piloten möglich
Die Verhandlungen
zwischen der Lufthansa und der
Vereinigung Cockpit sind nach Angaben der Pilotengewerkschaft erneut
gescheitert. Beide Seiten hätten sich in den vergangenen Tagen mehrfach zu
Verhandlungen über eine Übergangsversorgung getroffen, dabei sei jedoch
"kein ernsthafter Wille des Managements zu einer Lösung erkennbar"
geworden, erklärte die Gewerkschaft am Donnerstag in Frankfurt am Main. Daher
sei ab sofort mit weiteren Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen, die Cockpit vorher
bekanntgeben werde.
Anfang vergangener Woche hatte die Pilotengewerkschaft
kurzfristig einen erneuten Warnstreik bei der Lufthansa abgesagt. Grund war die
Vorlage eines konkretisierten Forderungskatalogs durch die Konzernleitung.
"Um keine Chance einer Einigung verstreichen zu lassen", habe Cockpit
daraufhin das Konzern-Management aufgefordert, "kurzfristig in Gespräche
einzutreten", erklärte die Gewerkschaft.
Dass diese nun erneut gescheitert seien, bedauere
Cockpit. Die Lufthansa verweigere jedoch einen "einheitlichen Tarifvertrag
Übergangsversorgung" und wolle die Piloten in Zukunft "in drei
'Klassen'" einteilen. Zudem habe die Arbeitgeberseite gefordert, dass sich
Teilzeit verlängernd auf das Ausscheidealter auswirken solle. Dies sei
"familienfeindlich". Mit diesen Forderungen nach noch weitergehenden
Verschlechterungen handele die Lufthansa aus Sicht von Cockpit "nicht
lösungsorientiert", sondern lasse den Konflikt eskalieren.
Die
Übergangsversorgung erlaubt es Piloten bisher, ab dem Alter von 55 Jahren in
den bezahlten Frühruhestand zu gehen. In der Übergangszeit bis zur gesetzlichen
Rente erhalten sie bis zu 60 Prozent ihrer Bezüge. Der Konzern will die
Altersgrenze erhöhen. Cockpit lehnt dies bisher ab. Laut dem neuen Angebot von
Lufthansa soll die Altersgrenze für den Frühruhestand individuell anhand der
Dienstjahre eines Piloten festgelegt werden.

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