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martes, 10 de mayo de 2016

Eurovision: Musikwettbewerb: Soundcheck der ESC-Halbfinalisten

..Freddie: "Pioneer"
Mit rauer Stimme und muskulösem Körper tritt Freddie auf, der eigentlich Gabor Alfred Fehervari heißt und seine sportlichen Gene vielleicht vom Großvater hat, einem Fußballer aus Györ. Beim Auftritt in zerrissener Jeans scheint er teilweise gar nicht zu wissen wohin mit sich, vor lauter Virilität. Wenn er sie in den Song legen kann, eine durchaus einprägsame, hymnische Halb-Ballade, kann Ungarn dieses Jahr weit kommen.
Chancen aufs Weiterkommen: 4/5
5: Kroatien
Nina Kraljic: "Lighthouse"
Ein Wiener Songwriting-Duo und der deutsche Produzenten-Routinier Thorsten Brötzmann (No Angels, Christina Stürmer) haben der kroatischen "The Voice"-Gewinnerin einen sehr ordentlichen Popsong hingelegt, der aber etwas überinszeniert daherkommt: Aus den Proben wird von einer riesigen Baumrobe berichtet, die - natürlich - zum Trickkleid wird. So was bleibt zumindest im Gedächtnis.
Chancen aufs Weiterkommen: 3/5
6: Niederlande
Douwe Bob: "Slow Down"
Die Niederlande haben schon seit ein paar Jahren das Fach des authentisch und handgemacht daherkommenden Rock/Pop für sich reserviert und hatten mit den Common Limnets 2014 auch schon großen Erfolg damit (Platz 2). Doch der fesche 23-jährige Singer/Songwriter wird wohl nicht so weit kommen, zu blass bleibt seine Aufforderung zur Entschleunigung. Helfen würde da höchstens, wenn sein Vater ein Bühnenbild entwerfen würde - der war als Teil des Designduos The Fool für die bunten psychedelischen Farben des Swinging London in den Sechzigern mitverantwortlich.
Chancen aufs Weiterkommen: 3/5
7: Armenien
Iveta Mukuchyan: "LoveWave"
Iveta Mukuchyan kam als Sechsjährige nach Deutschland und ging auf ein katholisches Gymnasium in Hamburg. 2012 versuchte sie ihr Glück bei "The Voice of Germany", war im Team von Coach Xavier Naidoo. Doch die Deutschland-Connection würde ihr erst im Finale nützen, die deutschen Zuschauer dürfen erst beim zweiten Halbfinale anrufen. Das Finale wird sie aber höchstwahrscheinlich erreichen mit ihrem Auftritt in einer Art Netzbody-Cape und einem sich spannungsreich steigernden Song, der in einer Art Michael-Jackson-Schrei gipfelt - und nach der ESC-Saison garantiert schnell wieder vergessen ist.
Chancen aufs Weiterkommen: 4/5
8: San Marino
Serhat: "I Didn't Know"
Und wenn man dann ein bisschen ermüdet ist von all dem Ehrgeiz, den die bisherigen Kandidaten ausstrahlen, kommt San Marino mit dem um die Ecke, was sie sich nach vier Jahren Ralph-Siegel-Kompositionen ausgedacht haben: Ein türkischer Fiftysomething mit Drafi-Deutscher-Hut und Barry-White-Stimme, bekannt geworden als Moderator der türkischen Version von "Jeopardy", singt eine hölzerne Hommage an den Disco-Sound-of-Munich aus den Siebzigern. Komponiert vom Autor des Null-Punkte-Titels der Türkei aus dem Jahre 1987. Nun ja, fällt immerhin auf!
Chancen aufs Weiterkommen: 1/5
9: Russland
Sergey Lazarev: "You Are The Only One"
Jetzt wird aber wieder Ernst gemacht: Sergey Lazarev ist in Russland bereits ein etablierter Star, erst mit der Boygroup Smash!, dann auch solo. Den Song hat ein internationales Team komponiert, das hinter dem zweitplatzierten Song für Aserbaidschan 2013 stand. "You Are The Only One" ist perfekt auf den ESC zugeschnitten: Optimistisch gestimmt, mit Eurobeats und einer Halbtonverschiebung kurz vor Schluss. Dazu wird auf der Videowand alles aufgefahren, was möglich ist - das hat Schweden im Vorjahr auch zum Favoritensieg verholfen. Ist diesmal Russland dran? Das Halbfinale jedenfalls ist bloße Formsache.
Chancen aufs Weiterkommen: 5/5
10: Tschechien
Gabriela Guncikova: "I Stand"
Was wäre der Eurovision Song Contest ohne die großen Balladen, bei denen es alles auf den einen entscheidenden langen Ton ankommt! Eine solche Alles-oder-Nichts-Note muss die für ihre 22 Jahre schon recht routinierte Tschechin hier treffen, dann wird man auch den hübschen Tonartwechsel goutieren können - und dann könnte es für den ersten tschechischen Finaleinzug reichen.
Chancen aufs Weiterkommen: 3/5
11: Zypern
Minus One: "Alter Ego"
Mit zwei Titeln will der schwedische Ralph Siegel, Thomas G:son, seinen Triumph mit "Euphoria" 2012 zu wiederholen versuchen. Für Zypern arbeitet er mit einer Rockband, deren Sänger François Micheletto in den Vogesen geboren wurde und im Februar noch an der französischen Version von "The Voice" teilnahm. Sein Wolfsgeheul zum Ende hin ist sehr überzeugend, doch bei allem Rock-Gepose klingt der Refrain nach klassischem Schweden-Pop.
Chancen aufs Weiterkommen: 4/5
12: Österreich
Zoë: "Loin d'ici"
Irgendwie scheint das ganze, bisher 19 Jahre währende Leben der Zoë Straub aus Wien auf diesen Song zugelaufen zu sein: Sie besuchte das französische Gymnasium der österreichischen Hauptstadt und ihre Eltern sind beide musikalisch, mit dem Projekt Papermoon hatte Vater Christof mehrere Folk-Pop-Hits im Lande. Nun haben Vater und Tochter einen zuckersüßen Chanson-Pop-Song geschrieben, der das Zeug zum Überraschungs-Hit hätte. Doch geht er im Show-Brimborium des ESC womöglich unter?
Chancen aufs Weiterkommen: 3/5
13: Estland
Jüri Pootsmann: "Play"
Das enorm geschmackvolle Duett "Goodbye To Yesterday", mit dem Stig Rästa für Estland antrat, galt vielen Trash-Verächtern als Feigenblatt beim Wettbewerb 2015. Nun hat Rästa auch den diesjährigen estnischen Beitrag mitkomponiert - wieder geschmackvoll, passend zum akkuraten Scheitel des Sängers, aber leider auch etwas steif, wie auch das Auftreten des 21-Jährigen.
Chancen aufs Weiterkommen: 2/5
14: Aserbaidschan
Samra: "Miracle"
"It's gonna take a miracle", singt die 21-jährige Samra Rahimli - aber sie wird kein Wunder brauchen, um mit diesem Musterbeispiel für die internationale Anschlussfähigkeit schwedischen Pop-Songwritings im Halbfinale zu bestehen. Wenn der C-Teil mit seinen "Mirror, mirror"-Chören kommt, dann sind alle Originalitätspreise weg - aber das Herz des Popfans geht trotzdem auf.
Chancen aufs Weiterkommen: 4/5
15: Montenegro
Highway: "The Real Thing"
Dass die musikalischen Vorbilder dieser montenegrischen Band Depeche Mode und Arctic Monkeys sind, kann man mit etwas gutem Willen heraushören - doch haben sie sich eher Dave Gahans Röhren und den Riff-Rock der jüngeren Monkeys-Phase abgeschaut, nicht aber das Händchen für große Melodien oder clevere Texte. So ist das ein ziemlich unverdaulicher Song, der mit einer sinnfreien Tänzerin garniert wird.
Chancen aufs Weiterkommen: 1/5
16: Island
Greta Salóme: "Hear Them Calling"
Für Greta Salóme ist es bereits der zweite Versuch beim ESC. 2012 kam sie im Duett mit Jonsi immerhin ins Finale, wo es allerdings für "Never Forget" nur Platz 20 gab. Mehr dürfte allerdings auch diesmal für Greta Salóme allein nicht herausspringen: Der etwas überladene Paranoia-Pop bedient sich zwar bei allerlei Erfolgsmodellen der Vorjahre, findet aber keine klare (Melodie-)Linie.
Chancen aufs Weiterkommen: 2/5
17: Bosnien & Herzegowina
Dalal & Deen feat. Ana Rucner & Jala: "Ljubav Je"
Das klassische Balkan-Vote hat diese bosnische Combo für sich allein und scheint sich dieser Verantwortung sehr bewusst zu sein: Für alle Generation was dabei, vom Cellosolo über den Schmachtgesang, einen ESC-Veteranen (Deen sang 2004 "In the Disco") bis zur Rap-Einlage. Dank dem guten Startplatz und Stimmen aus der Nachbarschaft könnte es für dieses Kuddelmuddel trotzdem einen Finalplatz geben.

Chancen aufs Weiterkommen:
 3/5
18: Malta
Ira Losco: "Walk on Water"
Und auch für sie ist der Song Contest nichts Neues. Ja, Ira Losco hat sogar einen Ruf zu verteidigen, denn 2002 wurde sie mit "7th Wonder" Zweite hinter der Lettin Marie N - das beste Ergebnis für Malta überhaupt. "Walk on Water" wird allerdings keine Wunder wirken. Der Popsong wirkt wie ein Partygast, der immerzu ein bisschen zu laut dazwischenredet, da helfen auch keine hübschen Neunziger-Retro-Elemente und sogar Ira Losco über Zweifel erhabene Stimme nicht viel.
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