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sábado, 7 de mayo de 2016

Christopher Hohn.-Hedgefonds ruft zur Revolution bei VW auf.

Von den manager-magazin-Redakteuren Michael Freitag und Sven Clausen

TCI-Chef Christopher Hohn
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Getty Images
TCI-Chef Christopher Hohn
Der Hedgefonds TCI kauft sich mit mehr als einer Milliarde Euro beim kriselnden VW-Konzern ein - und fordert einen Umsturz. Vor allem die Gehälter der Manager und die Macht der Gewerkschaften hat der Fonds im Blick.
Der für seine Aggressivität gefürchtete Hedgefonds TCI betreibt den Umsturz der Machtverhältnisse beim krisengeplagten Autokonzern Volkswagen. "Es ist das schmutzige Geheimnis des Volkswagen-Konzerns, dass das Management über Jahre reichhaltig entlohnt wurde, obwohl es einen Kollaps der Produktivität und des Gewinns zu verantworten hat", sagte TCI-Chef Chris Hohn manager-magazin.de. "Die starke Repräsentanz der Gewerkschaften im Aufsichtsrat hat diese Situation unterstützt - im Gegenzug für immer stärker steigende Löhne, die nicht an die Produktivität gebunden waren", so Hohn. Dieses System habe auch zum Diesel-Skandal beigetragen. Um seine Worte zu unterstützen, hat Hohn in den vergangenen Wochen für insgesamt 1,2 Milliarden Euro rund zwei Prozent der Vorzugsaktien von Volkswagen gekauft. Er startet damit die schärfste Attacke eines sogenannten aktivistischen Investors auf einen großen kontinentaleuropäischen Konzern nach Ausbruch der Finanzkrise 2008.
Hohn gilt als einer der erfolgreichsten europäischen Aktionärsaktivisten. In Deutschland hatte sein Angriff auf die Deutsche Börse 2005 zum Rücktritt des damaligen Vorstandschefs Werner Seifert und großen Umbauten im Konzern geführt. Bei der niederländischen Großbank ABN Amro hatte er gar erreicht, dass sich das Geldhaus zwischenzeitlich selbst zum Verkauf stellte. Häufig bildet Hohn die Speerspitze eines Angriffs gleich mehrerer Hedgefonds, die sich jeweils nach seiner Auftakt-Attacke in der Öffentlichkeit zu erkennen geben.
Bei VW will er ein neues Anreizsystem für die Entlohnung des Spitzenmanagements erreichen sowie die "Umsetzung eines aggressiven Produktivitätsplans". Auch in Deutschland hatte die Entlohnung des Vorstands zuletzt für harsche Kritik gesorgt. Trotz der milliardenschweren Lasten durch den Diesel-Skandal lehnte der zwölfköpfige Vorstand einen garantierten Verzicht auf Bonuszahlungen ab und erhielt eine Vergütung von insgesamt mehr als 60 Millionen Euro für das vergangene Jahr.
Trotz der zahlreichen gewonnenen Schlachten Hohns in der Vergangenheit ist ein Erfolg seiner Attacke auf Volkswagen Chart zeigen höchst unsicher. Die Mehrheit der Stammaktien liegt in der Hand der Familien Porsche und Piech, das Land Niedersachsen hat für wesentliche, die Produktion betreffende Entscheidungen eine Sperrminorität. Die drei Großaktionäre legen sämtlich starken Wert auf eine harmonische Beziehung zum Betriebsrat und der IG Metall.
Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte jüngst einen internen Machtkampf gegen VW-Markenchef Herbert Diess gewonnen. Hohn versucht die Aktionäre für sich zu gewinnen, indem er eine Verdopplung des Aktienkurses prophezeit, sollte sein "aggressiver Produktivitätsplan" umgesetzt werden. Weil die drei Großaktionäre dauerhaft engagiert bleiben wollen, ist ein steigender Aktienkurs aber - anders als für Hohn - nicht ihr erstes und größtes Interesse.
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