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jueves, 6 de octubre de 2016

Ärger über IWF-Kritik an Deutscher Bank


Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zeigte sich in Washington verstimmt. Grund ist die Kritik des Weltwährungsfonds an der Deutschen Bank.
USA Washington Schäuble bei Jahrestagung IWF und Weltbank (picture-alliance/AP Photo/J. L. Magana)
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will sich nicht an Spekulationen über mögliche Staatshilfen für die Deutsche Bank beteiligen. "Ich gebe zu diesem Thema keinen Kommentar", sagte Schäuble am Donnerstag in Washington auf einer Podiumsdiskussion am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF)

Indirekt kritisierte er allerdings im Beisein von IWF-Chefin Christine Lagarde allerdings jüngste Äußerungen von Experten des Weltwährungsfonds. Kommentare zu deutschen Banken überlasse er IWF-Mitarbeitern, sagte Schäuble süffisant. Er spielte damit offensichtlich auf Aussagen von IWF-Experte Peter Dattels an, der zuvor gesagt hatte, die Deutsche Bank gehöre zu den Instituten, die weitere Anpassungen vornehmen müssten, um Investoren zu überzeugen.
Dies hatte nach Darstellung des "Handelsblatts" für Unmut in der Bundesregierung gesorgt. Die Äußerungen des IWF seien aus Sicht der Bundesregierung unprofessionell, von "Riesenärger auf Seiten der Deutschen" sei die Rede gewesen, schreibt die Zeitung. 
Kritische Töne in TV-Interview
IWF-Chefin Lagarde war indirekt auf die Kritik ihrer Fachleute an der Deutschen Bank eingegangen, hatte sich bei der Bewertung der aktuellen Turbulenzen um das größte deutsche Geldhaus aber zurückhaltend verhalten. "Ich möchte erst einmal darauf hinweisen, dass wir nicht einmal für eine Mikro-Sekunde die Deutsche Bank namentlich erwähnt haben in unserem Bericht zur globalen Finanzstabilität", sagte sie bei der IWF-Jahrestagung
In einem Interview mit dem Finanznachrichten-Sender Bloomberg hatte Lagarde allerdings von der Deutschen Bank gefordert, ihr Geschäftsmodell zu überarbeiten und langfristig ihre Ertragsstärke zu sichern. "Ich glaube, dass die Deutsche Bank, wie viele Banken auch, auf ihr Geschäftsmodell schauen muss", sagte die IWF-Chefin am Donnerstag im Interview mit Bloomberg TV.
Dauer-Thema Griechenland
Auch die Beteiligung des Weltwährungsfonds am laufenden Hilfspaket für Griechenland ist noch immer offen. "Ich würde nicht sagen, dass das alles gegessen ist", sagte ein IWF-Vertreter am Donnerstag in Washington. Ohne Schuldenschnitt werde es kaum gehen. "Griechenland ohne Schuldenschnitt ist sehr schwer vorstellbar", sagte der IWF-Vertreter.
Der Fonds will sich nur dann an den Hellas-Hilfen beteiligen, wenn die Schulden für das Land dauerhaft tragfähig sind. Derzeit sind sie das aus IWF-Sicht nicht.
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