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viernes, 2 de septiembre de 2016

City Dance Köl.- Tanz gegen die Silvester-Bilder vom Kölner Hauptbahnhof.

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Ein großes Tanzprojekt mischt Köln auf: Neun Monate nach den Übergriffen auf Frauen am Hauptbahnhof ziehen Tänzer aus aller Welt zu Musik durch die Stadt. Choreographin Stephanie Thiersch erklärt im DW-Interview, warum.
City Dance Köln 2016. Foto: Martin Rottenkolber
Geplant ist der "City Dance Köln" als ein 12stündiger gemeinsamer Spaziergang mit professionellen und nichtprofessionellen Tänzern. Zu Klängen von Orchestern, Chören und DJs geben sie schon seit Tagen teils akrobatische Kostproben ihres Könnens. Höhepunkt des Events soll ein abendlicher "Dance For All" auf dem Bahnhofsvorplatz werden. Der Ort, an dem es in der Silvesternacht zu sexuellen Übergriffen gegen Frauen kam, soll sich in eine riesige Tanzfläche verwandeln. Leiterin Stephanie Thiersch sagt: "Alle, die gerne mittanzen wollen, sind herzlich eingeladen! Wir wollen Menschen zusammenführen und etwas Neues erschaffen."
Porträt Stephanie Thiersch. Foto: Martin Rottenkolber
Stephanie Thiersch
Deutsche Welle: Was bezwecken Sie mit demCologne City Dance?
Stephanie Thiersch: Wir wollen dem Tanzen ein neues Forum geben – und gleichzeitig ein Format, das es in den 60er und 70er Jahren in San Francisco in den USA gegeben hat. Wir wollen es auf Deutschland und besonders auf Köln übertragen, um zu schauen, was von dieser Utopie noch übrig geblieben ist, und wie weit wir Leute motivieren können, eine Künstlergemeinschaft zu schaffen und damit in der Stadt zu feiern. In der Utopie geht es um ein gemeinsames Erleben von Kultur, von Tanz, von Musik und Kunst ohne Schranken, ohne Vorurteile. Ganz besonders jetzt, da unsere Gesellschaft vor ganz neuen Problemen steht. Wir möchten den City Dance neu erfinden - für Toleranz und Vielfalt, die unsere Gesellschaft ausmacht. Alle sollen mitmachen.
City Dance Köln 2016. Foto: Martin Rottenkolber
City Dance Köln 2016
Wer Köln hört, denkt zur Zeit immer noch automatisch an die Ereignisse der Silvesternacht am Hauptbahnhof. Wollen Sie mit den Mitteln des Tanzes den öffentlichen Raum zurückerobern?
Das ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir überlegen uns genau, wie wir die Bewegung in die Stadt bringen, welche Choreographien wir machen, wie wir Stadt erleben angesichts vieler Probleme - etwa von Gentrifizierung oder Segregation. Dass wir den City Dance auf dem Bahnhofsvorplatz enden lassen, hat genau damit zu tun. Wenn dort 150 Musiker spielen und 150 Tänzer zu einer 150minütigen Komposition tanzen, wenn am Ende alles in einen großen Flashmob mit dem Publikum mündet, dann stellen wir den Platz in ein neues Licht. Das ist vielleicht eine Umwertung.
Tanz vor dem Hauptbahnhof: City Dance Köln 2016. Foto: Martin Rottenkolber
Tanz vor dem Hauptbahnhof
Für welche Werte steht der Tanz?
Tanz kann für viele Werte stehen. Wir haben den City Dance unter das Motto Toleranz und Vielheit gestellt, weil Tanz in dieser Stadt vielfältig ist. Das hat mit den unterschiedlichen Kulturen zu tun, die hier leben, aber auch mit den unterschiedlichen Interessen. Unser Ziel ist es, im Zusammenspiel von Profitänzern mit Laien und verschiedenen Musikern etwas Großes zu schaffen. Ob es gelingt, werden wir sehen.
Woran messen Sie hinterher Ihren Erfolg?
Natürlich wünsche ich mir tolles Wetter und dass sich viele Menschen zum Mittanzen hinreißen lassen. Schön wäre auch, wenn etwas nachhaltig in der Stadt verbliebe und neue Formen der Begegnung entstünden. Kunst kann neue Wege weisen - wenn auch nicht die Politik ersetzen.
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