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miércoles, 24 de agosto de 2016

Polizeigewalt am Strand von Nizza: Frau muss Burkini ausziehen


Wie in zahlreichen anderen Gemeinden an der französischen Côte d'Azur sind auch in Nizza Ganzkörper-Badeanzüge verboten. Nun kursieren Fotos, die zeigen, dass bewaffnete Polizisten dieses Verbot rigoros durchsetzen.
Muslimische Frau im Burkini am Strand von Marseille in Frankreich (foto: reuters)
Muslimische Frau im Burkini am Strand in Südfrankreich
Die britische Zeitung "The Guardian" berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe von den aufsehenerregenden Fotos: Zu erkennen sind demnach mindestens vier bewaffnete Polizisten, die an Nizzas berühmter "Promenade des Anglais" eine am Strand liegende Frau auf ihren Burkini ansprechen. Offensichtlich kommt die Frau den Forderungen nach und streift ein anderes Kleidungsstück über.

Die Frau wird zitiert mit den Worten, sie habe bei ihrem Strandbesuch mit der Familie nur ein typisches Kopftuch getragen und gar nicht schwimmen wollen. Laut einer Zeugin sollen andere Badegäste die Polizeimaßnahmen mit Beifall begleitet haben.Gleichzeitig schildert das Londoner Blatt die Erlebnisse einer muslimischen Mutter, die im benachbarten Cannes ein Bußgeld zahlen musste, wo sie in Leggings, Tunika und Kopftuch am Strand lag. Auf ihrem Strafzettel, den die Agentur AFP wohl einsehen konnte, soll zu lesen sein, dass sie "mit ihrer Kleidung nicht die guten Sitten und den Säkularismus respektiert" habe.
Sitten, Werte, Ideologie
Auf der Strandpromenade von Nizza hatte am 14. Juli ein Islamist einen Lastwagen in eine Menschenmenge gesteuert und 85 Menschen umgebracht. Der Vorsitzende des Gemeindeverbands Nizza Côte d'Azur, Christian Estrosi, hatte das Tragen des Burkinis vor kurzem als Mittel kritisiert, um "unsere Werte im Namen einer radikalen Ideologie" herauszufordern. Ähnliche Verbote in Gemeinden an der Côte d'Azur hatten eine hitzige Debatte losgetreten. Nun befasst sich das höchste französische Verwaltungsgericht mit dem Konflikt.
Die Bürgermeister begründen dies oft mit der französischen Tradition einer strikten Trennung von Kirche und Staat (Laizität), verweisen zum Teil aber auch auf den Hintergrund der islamistischen Terroranschläge. Kritiker werfen ihnen daher eine "gefährliche Vermischung" vor. Der sozialistische Premierminister Manuel Valls hatte hingegen Verständnis geäußert und sich hinter die Bürgermeister gestellt.

Aufgrund des Burkini-Verbots in Südfrankreich weichen Muslime offenbar an grenznahe italienische Küsten aus. Im ligurischen Alassio waren nach Angaben der italienischen Tageszeitung "La Stampa" am Wochenende deutlich mehr Badende im Burkini an den Stränden als sonst. Von etwa 100 Musliminnen im Ganzkörper-Badeanzug berichtete ein Bademeister der Zeitung. In AIassio hatte erst kürzlich auch die arabische Prinzessin Nouf Nint Abdullah al Saud Urlaub gemacht.
Dann eben in Italien
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