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lunes, 2 de mayo de 2016

Studie erklärt nun.-Evolution der Dinosaurier: Ohne Zähne lebt man länger

Von Frank Patalong

Eine Katastrophe am Ende der Kreidezeit brachte das Leben an den Rand des Untergangs - auf das Feuer folgten Dunkelheit und Hunger. Eine neue Studie erklärt nun, warum ausgerechnet zahnlose Tiere überlebten.
Danielle Dufault
Als vor 66 Millionen Jahren ein mächtiger, mehrere Kilometer großer Brocken aus dem All vor Mexiko einschlug, verdampfte der wohl alles Leben im Umkreis von Hunderten Kilometern. Seinen Einschlag muss man Tausende Kilometer weit gehört, die Erschütterung gefühlt haben. Danach brannten, entzündet vom glühenden Fallout des Einschlags, weite Teile der amerikanischen Kontinente.Für das Leben an anderen Orten aber kam der Untergang langsamer, schleichender. Eine Iridium-Schicht, die man rund um den Globus im Gestein findet, dokumentiert, dass sich nach der Katastrophe eine Wolke aus Asche und Einschlagstaub in der Atmosphäre verbreitete. Sie brachte einen dunklen, sicher etliche Jahre andauernden Winter, in dem nichts mehr gedieh. Erst verdorrten die Pflanzen, dann verhungerten die Pflanzenfresser und deshalb bald auch die großen Raubtiere. Kein Lebewesen von mehr als einem Meter Körpergröße überlebte das, sagt man.
Früher hieß es auch, alle Dinosaurier wären von dieser Katastrophe dahingerafft worden. So ganz stimmt das aber nicht: Komplett ausgerottet wurden nur die nicht flugfähigen Saurier. Zahlreiche Vertreter der Maniraptora überlebten, einer schon damals artenreichen Gruppe kleiner Raubsaurier - wir kennen sie, respektive ihre heutigen Nachfahren, als Vögel.
Denn so irritierend das für viele noch immer ist, sind Vögel tatsächlich direkte Sauriernachfahren. Der Übergang von Dinosaurier zu Vogel war fließend, die Grenze ist letztlich willkürlich anhand körperlicher Bestimmungsmerkmale gezogen. Saurier, sagt man, hatten im Gegensatz zu Vögeln beispielsweise Zähne und Klauen an den Vordergliedmaßen. Das aber galt in der Kreidezeit noch nicht: Da gab es Vögel mit Zähnen und Schnabelträger mit Klauen. Unter dem Strich gab und gibt es erheblich mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen den zwei Tiergruppen.
Die Stunde der Zahnlosen
In Rückschau könnte man die Grenze zwischen Vogel und Dinosaurier deshalb bequem, salopp und pragmatisch so ziehen: Vögel sind diejenigen Dinosaurier, die die Katastrophe überlebten. Und ab diesem Zeitpunkt ist die Trennung zwischen den zwei Gruppen wirklich klar, denn die überlebenden Flattermänner teilten ein Merkmal: Sie hatten keine Zähne.
Was aber machte Zahnlosigkeit zu einem evolutionären Vorteil? Wieso überlebten die vermeintlich weniger wehrhaften Maniraptora, während ihre fleischfressenden Cousins mit den großen Dinosauriern untergingen?
Eine neue Studie findet darauf eine Antwort: Sie hat mit Konserven zu tun.
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Zahnlose Maniraptoren mit harten Hornschnäbeln hatten eine Spezialisierung durchlaufen, die sich in den Jahren nach der Katastrophe als überlebenssichernd erwies: Sie konnten sich quasi von Nahrungskonserven ernähren - von Nüssen, hartschaligen Samen, Kernen und Körnern.
Genau das aber, argumentieren die Forscher im Fachblatt "Current Biology", dürfte in vielen Gebieten die letzte verfügbare Nahrung gewesen sein. Es half diesen kleinen gefiederten, weitgehend zu vegetarischer Ernährung gewechselten Raubsauriern, die Hungerperiode zu überleben.
Die Studie bestätigt diese immer wieder thematisierte These mit einer höchst detaillierten Analyse des fossilen Befunds: Die Forscher um Derek W. Larson verglichen Vielfalt und Unterschiede der Bezahnung der bekannten Maniraptora am Ende der Kreidezeit. Erstmals dokumentierten sie so den zeitgleichen Abbruch aller Endwicklungslinien der Maniraptora mit Ausnahme der zahnlosen Schnabelträger - alias Vögel.
Die stellen heute mit - je nach Quelle - rund 10.500 bis 18.000 Arten die zweitartenreichste Gruppe unter den lebenden Wirbeltieren.
Tipp für New-York-Reisende: "Dinosaurs among us"Dass damit Dinosaurier noch immer zu den erfolgreichsten Tierarten gehören, wird mehr und mehr zum wissenschaftlichen Konsens. Zurzeit zeigt das renommierte American Museum of Natural History in New York die Sonderausstellung"Dinosaurs among us"("Dinosaurier unter uns") - über Vögel und ihre Vorgeschichte.
Die Ausstellung hat das Potenzial, die populäre Vorstellung vom Dinosaurier einmal mehr von Grund auf zu verändern. Erstmals werden Saurier hier der Öffentlichkeit von einer wissenschaftlichen Institution und in großem Maßstab in ihrer "Federgestalt" gezeigt. Es ist ein Abschied von der mörderischen Riesenechse von Godzilla-ähnlicher Optik und zeigt demonstrativ die "Familienähnlichkeit" der Raubsaurier mit ihren kleineren, meist flugfähigen Nachfahren.
Das Fazit der Kuratoren: "The Age of Dinosaurs is now" - das Zeitalter der Dinosaurier ist hier und heute. Sie sind nur zahnloser als früher.
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