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sábado, 7 de mayo de 2016

Selbst unter den bizarren Bewohnern der Urmeere.-Meeresreptil: Der vegetarische Ur-Laubsauger

Von Frank Patalong

Selbst unter den bizarren Bewohnern der Urmeere war Atopodentatus unicus ein Unikum - er hatte ein völlig anderes Maul als jedes andere Reptil. Nun zeigt sich: Er war ein Pionier unter den Meeresreptilien.
Atopodentatus: Schneidekante wie ein Reißverschluss
Y. Chen/ IVPP
Atopodentatus: Schneidekante wie ein Reißverschluss
Raus aus der Suppe, rein in die Suppe: Wie die Meeressäuger heute, so waren auch die in den Meeren der Urzeit lebenden Reptilien Rückkehrer ins nasse Element.Auslöser für den Schritt zurück ins Wasser war möglicherweise eine Katastrophe: das Perm-Trias-Ereignis vor circa 250 Millionen Jahren. Ein wohl Hunderttausende Jahre anhaltender Supervulkanismus ließ die Temperaturen weltweit um circa fünf Grad steigen. Dreiviertel der landlebenden Arten verschwanden damals und 95 Prozent der Meeresbewohner.
Danach muss es ziemlich leer gewesen sein auf diesem Planeten. Für die überlebenden Arten ergaben sich aus der Katastrophe aber auch Chancen - sie besetzten neue, freigewordene biologische Nischen. Innerhalb geologisch gesehen kurzer Zeit entstanden so zahlreiche neue Arten. Ein Muster, das bisher bei allen großen Artensterbe-Ereignissen zu beobachten war: Wenn die Natur in Not ist, wird sie erfinderisch.
Hammerkopf, der Laubsauger
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Y. Chen/ IVPP
Hammerkopf, der Laubsauger
Und so eroberten Reptilien das Wasser zurück. Wenige Millionen Jahre später schossen an Delfine erinnernde Ichtyosaurier durch die Fluten, Pflasterzahnechsen (Placodontia) knackten Muscheln und ähnlich wie Krokodile in flacherem Wasser hielten lauernde Nothosaurier die Ufer im Auge.
Alle Arten aus diesen Reptiliengruppen waren Fleischfresser - bis Atopodentatus unicus auftauchte. Der scheint der Ur-Vegetarier unter den Meeresechsen gewesen zu sein, glaubt eine Forschergruppe um Olivier Rieppel vom Field Museum.

Lang taten sich Forscher schwer damit, das bizarre Maul der 2004 entdeckten Meeresechse zu deuten: Hammerförmig, mit einer breiten, flachen Vorderkante, an der kleine Schneidezähne wie ein Reißverschluss ineinandergreifen, während weiter hinten im Maul dornartige Zähne ein Gitternetz bilden. Atopodentatus-Entdecker gingen davon aus, dass diese "Dornen" dazu dienten, kleinere Weichtiere und Mollusken aus dem Wasser zu filtern.
Stimmt nicht, behaupten nun Rieppel und seine Co-Autoren im Fachblatt"Science Advances": Die flachschnauzige Echse graste und saugte Pflanzenwuchs am Meeresgrund. Die Dorn-Zähne hielten die Ernte zurück, wenn sie das Wasser aus dem Maul drückte. Die Schnauze, die an das Saugstück eines Staubsaugers erinnert, war also in Wahrheit ein Rasierer und dafür optimiert, den flachen Meeresgrund von Grün zu befreien.In Form wie Funktion wäre die Schnauze des Atopodentatus im Reich der Reptilien damit wahrlich einzigartig. Sein Aufkommen würde zudem die "Erfindung" der pflanzenfressenden Meeresechse markieren. Es sollte wenige Millionen Jahre später weitere Arten geben, die diese Ernährungsweise pflegten, doch sie alle blieben die Ausnahmen unter den Meeresreptilien: Die bei Weitem meisten Arten waren Räuber oder Allesfresser.
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