Sigue el blog por EMAIL. Seguir por EMAIL

miércoles, 18 de mayo de 2016

Barbara Hendricks drängt auf Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare

Barbara Hendricks


REUTERS
Barbara Hendricks
Sie ist Bundesministerin, Katholikin - und lebt mit einer Frau zusammen: In einem Fernsehinterview fordert die SPD-Politikerin Barbara Hendricks jetzt eine Ehe-Reform für Schwule und Lesben.
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat in einer Talkshow die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare gefordert. In der Reihe "Caren Miosga interviewt..." spricht sie zudem ausführlich über ihre Partnerschaft mit einer Frau. Die Sendung wird am Donnerstagabend ausgestrahlt und wurde vorab aufgezeichnet. Die Moderatorin Miosga fragt ihren Gast im Studio: "Sie leben in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Warum darf das nicht Ehe heißen?"
"Das ist in der Tat eine Frage, die wir jetzt bald mal klären müssen", antwortet die Ministerin. Zwar habe sich in den vergangenen 15 Jahren viel getan: "Homosexualität im öffentlichen Raum" werde nicht mehr abgelehnt, Rot-Grün habe vor 15 Jahren die eingetragene Lebenspartnerschaft auf den Weg gebracht.
"Aber das ist noch nicht die Vollendung dessen, was notwendig ist", so Hendricks weiter. Der nächste Schritt sei die "echte Gleichstellung, so wie es das Grundgesetz vorsieht". Die Ministerin räumt ein: "Innerhalb dieser Legislaturperiode wird uns das nicht gelingen. Das ist von der Union deutlich ausgeschlossen worden."
"Wir haben uns nicht versteckt"
Hendricks hatte sich mit öffentlichen Äußerungen zu diesem Thema oder zu ihrer privaten Lebenssituation bislang weitgehend zurückgehalten. Als sie 2013 ins Kabinett von Angela Merkel (CDU) berufen wurde, erwähnte eine Regionalzeitung in Hendricks' Heimatstadt Kleve in einem Nebensatz, dass sie mit einer Frau zusammenlebt.
"Das war nicht verabredet", sagt Hendricks im Rückblick, allerdings habe sie ihre Lebenspartnerschaft bei Gelegenheit sowieso erwähnen wollen. "Dann ist ja gut, dann ist es ja erledigt", habe sie damals gedacht.
In ihrem Umfeld am Niederrhein sei ihre Liebe zu einer Frau ohnehin nie ein Geheimnis gewesen. "Meine Partnerin und ich kennen uns seit 20 Jahren, wir haben uns nicht versteckt." Der Zeitschrift "Bunte" hatte Hendricks im Februar gesagt, ihre Frau sei neun Jahre jünger, Lehrerin und besitze auch die französische Staatsbürgerschaft.
Hendricks spricht in der Sendung auch über die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im politischen Betrieb. "Persönlich habe ich da keine negativen Erfahrungen gemacht, aber ich weiß natürlich, dass es das gibt." Sie halte es nicht für ausgeschlossen, dass man "hinter meinem Rücken redet".
Der frühere CSU-Generalsekretär und heutige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hatte Schwule und Lesben einst als "schrille Minderheit" bezeichnet. Merkel hatte im Wahlkampf 2013 den Sinn eines vollen Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare infrage gestellt. "Ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass ich mich schwertue mit der kompletten Gleichstellung (...) Ich bin unsicher, was das Kindeswohl anbelangt", sagte sie damals.
Irland-Votum hatte neue Debatte befeuertUnion und SPD versprechen in ihrem Koalitionsvertrag, die Diskriminierung homosexueller Paare abzubauen. Das Bekenntnis ist aber nicht mit einer konkreten Gesetzesänderung verbunden.
In Deutschland haben gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Eheschließung, sie dürfen nur eine sogenannte eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen.
Vor einem Jahr hatte die Mehrheit der Bürger im katholischen Irland für eine gesetzliche Gleichberechtigung homosexueller Paare gestimmt. Das Votum löste auch hierzulande erneut eine Debatte über eine vollständige Gleichstellung aus. Mehr über die Rechtslage in Deutschland und Europa lesen Sie hier.
Publicar un comentario